Cyberangriffe: Gefährdungslage höher als jemals zuvor
In Deutschland steht eine erneute Welle von Cyberangriffen bevor. Davor warnte die Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik vor einigen Tagen.
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Sehr hohe Gefährdungslage vor virtuellen Angriffen
Claudia Plattner gab Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen explizit zu verstehen, dass die aktuelle Gefährdungslage höher als jemals zuvor ist. Ihrer Meinung sei nicht die Frage, ob, sondern nur wann ein Angriff droht.
Besonders gravierend sind Bedrohungen, die von virtuellen Attacken durch Verschlüsselungssoftware ausgehen.
Laut Plattner ist es aktuell besonders auffällig, dass Krankenhäuser, Kommunen oder anderweitige öffentliche Institutionen derzeit sehr häufig angegriffen werden. Hierfür ist unter anderem die aktuelle geopolitisch angespannte Situation verantwortlich. Zusätzlich entsteht durch Desinformationskampagnen der Eindruck, als könnte der Staat darin agierende Unternehmen oder Institutionen immer seltener schützen.
Aus Informationen des Bundeskriminalamts geht beispielsweise hervor, dass im Jahr 2022 wirtschaftliche Schäden von rund 206 Milliarden Euro durch Cyberangriffe entstanden.
Mangelnde Umsetzung
Um effektiv vor den Folgen eines Cyberangriffs zu schützen, mangelt es nach Einschätzung der Expertin an der nötigen Umsetzung. Wie die studierte Mathematikerin betonte, kann das Bundesamt für Sicherheit zwar Cyberangriffen vorbeugen und Betroffene nach Attacken in Notsituationen unterstützen. Doch für die Umsetzung wichtiger Maßnahmen sind dennoch Unternehmen und Institutionen verantwortlich.
Das Bundesamt könne eine konkrete Cyberabwehr auch dann nicht vor Ort realisieren, falls für das Amt zehnmal so viele Mitarbeiter tätig wären. Doch die Behörde habe andere Zuständigkeiten.
Immer mehr Schwachstellen
Derzeit verweist das BSI auf einen riesigen Zuwachs an etwaigen Schwachstellen. Pro Tag ist die Behörde aktuell ungefähr 70 neuen Sicherheitslücken ausgesetzt.
Zudem erhöht sich die Anzahl an Schadprogrammen kontinuierlich.
Für eine Verbesserung der virtuellen Sicherheit verwies Plattner auf die 2012 ins Leben gerufene „Allianz für Cyber-Sicherheit“. Dem Netzwerk gehören mittlerweile mehr als 8.000 Unternehmen an. Diese Vereinigung verweist unter anderem auf sogenannte Best Practices, besonders effektive Methoden.